• Es gibt immer mehr Gründe, bei der Heizung umzusteigen

Es gibt immer mehr Gründe, bei der Heizung umzusteigen

01.05.2022 Patrick Herr, Redaktor

Energie Seit Beginn des Ukrainekriegs, der die Energiepreise steigen lässt, überlegen sich immer mehr Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer, auf Heizungen mit erneuerbaren Energien umzusteigen.

Seit Beginn des Ukrainekriegs sind die Energiepreise stark angestiegen. Auch Baumaterialien wie Holz oder Dämmstoffe sind noch teurer geworden. Das hat viele Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer dazu bewogen, sich nicht nur Gedanken über die Sanierung ihrer Liegenschaft zu machen, sondern auch rasch zu reagieren und ihr Projekt umzusetzen.

So ist unter anderem in der Schweiz und in Europa ein Run auf Wärmepumpen zu verzeichnen, was einen Engpass zur Folge hat. Die Botschaft der Branche lautet: Wer 2023 eine Wärmepumpe möchte, sollte diese besser heute als morgen bestellen. Das gilt auch für die Schweiz. «Die wöchentlichen Anfragen haben sich bei uns seit Beginn des Krieges verdreifacht», sagte Stephan Peterhans, Geschäftsführer der Fachvereinigung Wärmepumpen Schweiz, Ende März gegenüber SRF.

Die Leute wollen etwas machen

Die aktuelle Entwicklung verstärkt bei vielen das Gefühl, etwas machen zu wollen. Daneben gibt es viele, die schon länger den Gedanken hegen, ihr Haus energetisch zu sanieren, und die weg von Gas und Öl wollen. Das ist auch beim Baselbieter Energiepaket spürbar. Das Fazit der ersten drei Monate dieses Jahres lautet: Es gibt einen erhöhten Bedarf an Informationen und Beratungen sowie mehr eingereichte Gesuche als im Vorjahr – das Energiepaket ist gefragter denn je. Im breiten Spektrum, das vom Energiepaket gefördert wird, sticht heraus, dass es ein grosses Interesse gibt, die bestehenden fossilen Heizungen durch erneuerbare Heizsysteme zu ersetzen. Viele Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer reagieren offenbar auf die steigenden Preise und die Unsicherheiten und entschliessen sich, die Unterstützung durch das Baselbieter Energiepaket in Anspruch zu nehmen. Bereits im vergangenen Jahr konnten beeindruckende Rekordzahlen vermeldet werde. 2173 Baselbieter Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer haben 2021 mit Unterstützung des Energiepakets in energetische Gebäudesanierungen und erneuerbare Energien im Gebäudebereich investiert. Und schon im vergangenen Jahr war die Nachfrage nach Wärmepumpen beeindruckend hoch. 

Sehr beliebt waren auch Anschlüsse an Fernwärmenetze und weitere erneuerbare Heizsysteme. Wir haben im Februar an dieser Stelle ausführlich darüber berichtet. Die Zahlen könnten dieses Jahr sogar noch übertroffen werden. Zumal der Bund beschlossen hat, dass Impulsberatungen seit April kostenlos sind (siehe Kasten rechts). Das ist ein weiterer Anreiz, dieses Förderprogramm in Anspruch zu nehmen. Es gibt auch neben den aktuellen Auswirkungen des Ukrainekrieges viele Gründe, «jetzt etwas zu tun», wie es viele Leute ausdrücken. Mit einer energetischen Sanierung und dem Einsatz von erneuerbaren Energien im Gebäudebereich spart man Energiekosten, wohnt viel behaglicher und steigert den Wert seiner Liegenschaft. Das Potenzial ist nach wie vor gross. Im Baselbiet sind noch rund 45 000 fossile Heizungen in Betrieb, und mehr als die Hälfte davon muss altersbedingt bereits in den kommenden Jahren ersetzt werden.

Energiepaket fördert Transformation

Das «Baselbieter Energiepaket» ist das kantonale Förderprogramm für Energieeffizienz und erneuerbare Energien im Gebäudebereich. Mit dem Energiepaket sollen die nationalen und kantonalen Energieziele mit Fokus auf den Gebäudebereich umgesetzt werden. Das Ziel ist ambitioniert: Bis 2050 soll die Schweiz klimaneutral sein. Das Baselbieter Energiepaket unterstützt die Transformation des Gebäudeparks zur Klimaneutralität mit finanziellen Beiträgen an Beratungsprodukte, an die Sanierung der Gebäudehüllen und an Anlagen für die Produktion von Komfortwärme mit erneuerbaren Energien. Auch besonders energieeffiziente Neubauten oder Ersatzbauten erhalten Förderbeiträge.

Wer sich jetzt entschlossen hat, «etwas zu machen», sollte einen Blick auf das Baselbieter Energiepaket werfen und sich beraten lassen. HEV­Mitglieder erhalten Rabatt auf die Erstellung einer Gebäudeanalyse (GEAK Plus). Mehr Infos dazu auf der Website des HEV Baselland.

Impulsberatung «erneuerbar heizen» ab sofort

Seit April können sich Hauseigentümerinnen und Stockwerkeigentümer in der ganzen Schweiz bei der Wahl des optimalen Heizsystems mit erneuerbaren Energien gratis beraten lassen. Mehr Informationen und Beratung: