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Eigenmietwert: Hauseigentümer wollen mehr Gerechtigkeit

28.08.2025 Timmy Nguyen

Roadshow 2025 – In Pratteln wurde nicht nur über die «Geistersteuer» diskutiert, sondern auch Klartext gesprochen über Energiepolitik, Mehrwertabgabe und Demokratie.

Der Saal war voll, über 300 Personen kamen am 18. August ins Haus der Wirtschaft in Pratteln zur ersten der vier kantonalen HEV-Roadshow-Veranstaltungen 2025. Im Zentrum stand die bevorstehende Volksabstimmung vom 28. September zur Abschaffung des Eigenmietwerts – ein Thema, das Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer im ganzen Kanton seit Jahren beschäftigt und emotional bewegt. Silvio Fareri, Präsident der HEV-Sektion Pratteln und Umgebung, eröffnete den Abend mit einem klaren Appell: «Es ist ein historischer Moment und eine grosse Chance für ein gerechteres Steuersystem.»

Auch Markus Meier, Direktor HEV Schweiz, fand in seinem Referat deutliche Worte: Die Besteuerung fiktiver Mieteinnahmen sei nicht nur aus der Zeit gefallen, sondern auch sachlich unhaltbar. «Der Eigenmietwert ist eine veraltete Geistersteuer», so Meier. «Wer im eigenen Haus wohnt, soll nicht doppelt zur Kasse gebeten werden.» Zahlreiche Gäste zeigten sich bewegt und berichteten von eigenen Erfahrungen. Für viele ist die Diskussion um den Eigenmietwert längst mehr als eine rein technische Steuerfrage. Sie steht symbolisch für den Wunsch nach mehr Gerechtigkeit, Transparenz und Eigenverantwortung im Steuersystem. Gerade ältere Menschen, die mit der Rente haushalten müssen, oder junge Familien, die um die Finanzierung des Eigenheims kämpfen, empfinden die aktuelle Regelung als unnötige Belastung und Hürde.

Neben dem Hauptthema kamen auch weitere aktuelle Herausforderungen zur Sprache: Christine Frey, Präsidentin der Energieliga, warnte vor wachsendem politischem und regulatorischem Druck auf Eigentümer, insbesondere durch überambitionierte klimapolitische Vorgaben. Und Christoph Buser, Präsident des HEV Baselland, erklärte die Hintergründe zur bereits eingereichten HEV-Initiative «Fairer Kompromiss bei der Mehrwertabgabe»; diese befindet sich aktuell in der Beratung durch die landrätliche Kommission. Buser betonte, wie wichtig es sei, die Interessen von Wohneigentümern im Auge zu behalten – und unterstrich die Bereitschaft, konstruktive Lösungen im Sinne eines fairen Kompromisses einzubringen. Denn die Vorlage des Regierungsrats geht zu weit und würde die Eigentümer stark belasten.

Angesprochen wurden zudem die vier HEV Baselland-Initiativen «Mehr Respekt vor dem Volkswillen» – vier politische Vorstösse, die sich für klare Regeln und eine Stärkung demokratischer Entscheidungsprozesse einsetzen. Die Unterschriftensammlung dazu ist aktuell in vollem Gange. Zum Abschluss der Veranstaltung folgte ein Talk mit allen Referierenden, moderiert von Michael Köhn. Zahlreiche Fragen aus dem Publikum machten deutlich: Die Eigenmietwert-Besteuerung trifft einen Nerv – in der Bevölkerung ist der Wunsch nach Veränderung gross. Der Abend fand seinen Ausklang bei Wurst vom Grill, einem Glas Wein und vielen angeregten Gesprächen. Zurück blieb das klare Gefühl: Jetzt ist der Moment, ein gerechteres Steuersystem zu schaffen.

 

Weitere HEV-Roadshows 2025

  • 1. September, Gelterkinden, Gemeindehaus- Gemeindesaal, 18 bis ca. 19.30 Uhr
  • 9. September, Münchenstein, Hotel Hofmatt, 18 bis ca. 19.30 Uhr