• An heissen Tagen cool bleiben

An heissen Tagen cool bleiben

17.07.2020

Klimageräte – Da es in den Sommern der vergangenen Jahre immer öfter aussergewöhnlich heiss wurde, ist auch die Nachfrage nach Geräten, die Kühlung verschaffen, stark gestiegen.

In den vergangenen Jahren war es im Sommer immer öfter aussergewöhnlich heiss. «Die Schweiz blickt auf den drittheissesten Sommer seit Messbeginn zurück», schrieb MeteoSchweiz 2019. «Er ist in guter Gesellschaft mit den letzten ähnlich heissen Sommern 2018, 2017 und 2015. Wesentlich heisser zeigte sich nur der legendäre Hitzesommer 2003.»

Entsprechend hoch ist in der Schweiz und gerade in der Region Basel, die in Sachen Sommerhitze landesweit zu den Hotspots gehört, die Nachfrage nach Kühlung. Im Sommer 2018, waren mobile Klimaanlagen, Wasserverdunster und Ventilatoren restlos ausverkauft, und auch 2019 gab es einen Run auf alles, was die Hitze erträglicher gemacht hat. Das bestätigen die Detailhändler: Interdiscount hat letztes Jahr 20 Prozent mehr Klimageräte und Ventilatoren verkauft. Fust spricht von einer «zunehmenden Nachfrage», Migros Basel von «sensationellen Abverkäufen» im 2019. Bei Manor verzeichnet man in den vergangenen drei Jahren eine Verdoppelung der Verkäufe. Und bei galaxus.ch verkaufte man 2017 doppelt so viel wie 2016 und legt seither jedes Jahr markant zu. Auch Suissetec Nordwestschweiz, der Verband der Gebäudetechniker, bestätigt den Trend. Die Nachfrage werde weiter steigen.

Grosse Auswahl
Als Hausbesitzer hat man eine grosse Auswahl an Produkten, um die heissen Tage und Nächte angenehmer zu gestalten. Diese reichen vom Ventilator über das Kühlgerät mit Wasser bis zu den Klimaanlagen. Der Trend geht eindeutig zu Klimaanlagen, wie alle angeschriebenen Unternehmen bestätigen. «Bei durchgehend hohen Temperaturen über 30 Grad ist erfahrungsgemäss die Nachfrage nach Klimaanlagen deutlich höher», heisst es bei Galaxus. Bei der Migros Basel, bei Fust, Interdiscount und bei Manor klingt das ähnlich. Bei Suissetec heisst es, die Nachfrage sei hoch, aber durch die Coronakrise noch gehemmt. Das dürfte sich ändern, sobald die ersten Hitzetage da sind.

Auch für Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer dürfte die Klimaanlage die gängigste Lösung sein. Dabei unterscheidet man zwischen fest installierten Geräten (Splitanlagen) und mobilen Geräten. Eine «beste Lösung» gibt es nicht. Beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile. Die Vorteile der mobilen Klimaanlage sind laut Suissetec die günstigen Anschaffungspreise (ab zirka 450 Franken) und die einfache Installation. Es braucht nur eine abgedichtete Öffnung nach aussen für den Abluftschlauch. Mittlerweile gibt es dafür Stoffkits, die sich an den meisten Fenstern und Terrassentüren anbringen lassen. Nachteile sind laut Suissetec der teure Unterhalt, die Lautstärke und die warme Luft, die beim Abluftschlauch durch das Fenster kommen kann.

Günstiger Unterhalt
Bei der fix installierte Klimaanlage sieht Suissetec die Vorteile im günstigen Unterhalt, bei der höhere Kühleffizienz sowie bei der Möglichkeit, individuelle Lösungen für mehrere Räume zu schaffen. Als Nachteile werden die hohen Anschaffungskosten (ab zirka 5000 Franken) angeführt sowie die Bohrungen, die oftmals für die Installation gemacht werden müssen.

Es gibt für jede Eigenheimsituation, für jedes Budget und für jedes persönliche Bedürfnis eine Lösung. Denn sowohl der Branchenverband Suissetec Nordwestschweiz wie auch die Händler sind sich einig: Die Klimaanlage hat sich auch in unseren Breitengraden etabliert.

Wer sich im Eigenheim Kühlung verschaffen möchte, kann dies ohne Wartezeiten tun. Die Lager sind gefüllt und die Lieferzeiten kurz. Auch eine fix installierte Klimaanlage kann im Idealfall innert zwei Wochen die eigenen vier Wände kühlen, und in Tropennächten die Bewohner auch besser schlafen lassen.

Patrick Herr

Baubewilligung und Vorschriften

Ob für ein Vorhaben eine Baubewilligung notwendig ist oder nicht, entscheidet primär das Baselbieter Bauinspektorat (Telefon 061 552 67 77). Bitte verlangen Sie die für die Projektgemeinde zuständige Person. Im Grundsatz gilt, dass sichtbare Veränderungen, beispielsweise an der Fassade oder auf dem Dach, baubewilligungspflichtig sind. Allerdings definiert das Bauinspektorat im Einzelfall «geringfügige» Veränderungen ohne Baubewilligungspflicht.

Zwar besteht generell für kleine haustechnische Anlagen wie Splitklimageräte in Wohnbauten keine Baubewilligungspflicht. Die Abklärung einer allfälligen Baubewilligungspflicht sollte daher in jedem Fall erfolgen.

Für den Fall, dass kein Baugesuch erforderlich ist, erfolgt auch keine Prüfung weiterer gesetzlicher Anforderungen.

Seit dem 1. Januar 2020 dürfen in Klimakälteanlagen zur Gebäudekühlung (dazu gehören auch Splitklimageräte) nur noch Kältemittel mit einem GWP (Global warming potential) kleiner 2100 eingesetzt werden. Erkundigen Sie sich beim Kältespezialisten, was zulässig ist.

Für stationäre Anlagen, Wärmepumpen und Splitklimageräte mit mehr als 3 Kilogramm Kältemittel besteht unabhängig von einer Baubewilligung eine Meldepflicht, eine Pflicht zur regelmässigen Dichtigkeitskontrolle sowie die Pflicht zur Führung eines Wartungsheftes gemäss den Bestimmungen über Kältemittel nach Anhang 2.10 der Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung. Für detaillierte Informationen, wenden Sie sich am besten an Ihren Kältespezialisten.

Die Meldepflicht (Inbetriebnahme Meldung) kann durch den Installateur vorgenommen werden, meist übernimmt aber der Servicetechniker das ganze Paket, wenn das im Wartungsvertrag enthalten ist.

Die obigen Vorschriften gelten nicht für steckfertige (nicht verrohrte) Geräte.

Bezüglich allfälliger energierechtlicher Vorschriften kontaktieren Sie das Bauinspektorat.

Da ohne Baugesuch auch keine Prüfung bezüglich der Lärmschutzvorschriften erfolgt, bietet die Fachstelle Lärmschutz eine kostenlose Prüfung des Vorhabens auf Anfrage an.

(Quelle: Auskunft Suissetec Nordwestschweiz. Alle Angaben sind ohne Gewähr. Bitte wenden Sie sich für Auskünfte an ihren Fachspezialisten)